Wo von Burg die Kleinbahn fährt in den großen Wald
Und macht dann recht gemütlich einen Aufenthalt
Zwischen Eichen, Buchen, Kiehnen
Schlängeln sich die Schienen
Da liegt versteckt ein kleiner Ort
Im Volksmund heißt er Unser Forth!
Rings um das Dorf viel große Bäume stehn
Auf Sand und Kies die Leut zur Kirche gehn
Wo die alten Eichen rauschen wie im Sturmgebraus
Da ist meine Heimat, da bin ich zu Haus!
Wo die Bächlein plätschern in den Wiesen lang
Wo von früh bis spät ist Vogelsang
Wo am Wege blüht manch schöner Strauss
Da steht am Waldesrand mein Elternhaus!
Hier verlebt ich meine Jugendzeit
Beim frohen Spiel, das Herz so weit
Am Bache unter Erlen, Buchen
Soldatenspiel und fröhlich Suchen!
Nicht selten gab es kleine Streiche
Im Revier der Donnereiche!
Und als Rangen noch zu klein
Fielen wir in den Bach hinein!
In den grünen Waldesdomen
Geisterten die Rindergnomen
Unter weichem Waldesmoos
Rieselt sich manch Bächlein bloß
Schlängelt schnell sich von der Stell
Aus dem klaren Ottoquell!
Märchenhafter, schöner Wald
Jerichower Schweiz genannt
Mancht Wandrer machte hier schon halt Du
Fleckchen schöner Erde, weit im Land bekannt!
Auf der Bank der Annibuche
Oft ein frohes Lied erklang
Mädchen in dem bunten Tuche
Herrlich dieser Waldgesang!
Wassermühlen, Sägen kreischen
Forellen in des Waldes Teichen
Boote in die Erlen ziehn
Meine Heimat, Du bist mien!
Von der Arche Wasser rauschen
Friedrichseiche", Wand rer lauschen
Flämingssand
Du altes Land!
Blicke von den Berg und Hügeln
Uber Wiesen, Dächerziegeln
Von des Eichbergs Höh hinab
Eilten wir im schnellen Trab
Und wieder dann den Berg hinauf
Nimmer müde ward der Lauf!
Vom Jägersteg bis Kupferhammers-Mühle
Treibt unser Gloinebach sein Spiel
Hier weiden Schäfer ihre Herde
Auf der heimatlichen Erde!
Wenn Försters Büchs im Walde gellt
Holzhauers Axt die Bäume fällt
Dann ist der Herbst ins Land gekommen
Dem Waldgetier die Ruh genommen!
Es flieht der Hirsch, der Keiler, Reh und Hasen
Wenn Halali die Jäger blasen
Kaninchen, Fuchs und Grimbart grau
Verschwinden flink in ihrem Bau!
Die wilden Tauben gurren keck
Eichhörnchen huscht in sein Versteck
Wenn Eichelhäer Warnruf schreit
Die Jagd beginnt - es ist so weit!
Wenn dann die Nebel steigen
Und golden ward das Laub mit Macht
Es rauscht in allen Zweigen
Der Wald in Farbenpracht!
Nun fährt der Fuhrmann auf den "Schlag"
Mit seinem Langholzwagen
Fürs Arbeitspferd wird schwer der Tag
Der Fuhrmann muß sich tüchtig plagen!
Kurz werden Tage, lang die Nacht
Die Bächlein fließen mit Bedacht
Vom Himmel wirbeln Flocken dicht
Der Winter macht ein bös Gesicht!
Doch Kinderfreund ist aufgewacht
Zur Schlittenfahrt, zur Schneeballschlacht
Ein Schneemann wuchs und oft kein Zwerg
Der Schlitten saust von Wöhlings-Berg!
Wald und Flur sind tief verschneit
Ein eisig Lüftchen weht
Zum Futterplatze der Jäger eilt
Durch tiefverschneiten Wald stampft der Landbriefträger
Im bunten Rock, auf festem Stock
Von Hof zu Hof - von Mühl zu Mühl
Schleppt er Pakete oft gar viel!
Ob Frühling oder Sommer, ob Herbst ob Winter dort
Ich liebe Dich von ganzem Herzen Dich,
meine Heimat, Dich mein Magdeburgerforth!